Interview Peter O. Rentsch (April 2003)

Peter O. Rentsch: Frau Ochsner, was bewegt Sie zu solchen Objekten?

 

 

 

 

 

 

Claire Ochsner: Heute kann ich mir mein Leben ohne Farben und Formen gar nicht mehr vorstellen. Von der Farbe bin ich zur Skulptur gekommen, weil ich das Dreidimensionale sehr interessant finde. Eine Skulptur hat von jeder Seite eine neue Form. Das fasziniert mich; sogar in den Ferien mache ich Skizzen.

Das schaffen Sie aber kaum noch allein, weil ihre Skulpturen immer komplexer, mitunter auch beweglich, werden...
Grosse Skulpturen sind extrem arbeitsintensiv. Früher habe ich noch alles selber gemacht. Zum Beispiel für die Drachenrutschbahn habe ich zwei Jahre gebraucht. Für grosse Ausstellungen, wie im Park "Im Grünen" oder in den Botanischen Gärten Zürich und Genf sollte ich jeweils zirka 30 grössere neue Skulpturen schaffen. Der Erfolg erlaubt es mir, Mitarbeiter zu beschäftigen nach der Devise: Alles, was andere besser ausführen können, sollen andere machen. Das heisst, von mir stammt immer die Idee, die 1:1-Grobstruktur und die Malerei. Je nachdem arbeite ich mit einem Allrounder, Schlosser, Feinmechaniker oder Carrossier zusammen, alles versierte Handwerker.

Wie sind Sie zu den beweglichen Objekten gekommen?
Die Bewegung ist eine zusätzliche Dimension geworden: Das Objekt wird dem Betrachter von allen Seiten präsentiert. Vor allem die Bewegung im Wind finde ich spannend - sie ist immer ein wenig anders.

Welche sind Ihre Lieblingsformen?
Ich habe eine eigene Formensprache entwickelt. Vieles ist rund und von der Natur beeinflusst. Im Prinzip baue ich das Meiste auf dem Kreis, der Kugel oder der Spirale auf.

Nach welchen Gesichtspunkten gestalten Sie?
Ich suche immer eine gewisse Leichtigkeit; am liebsten hätte ich nur schwebende Kunst. Dank
Eisenkonstruktion ist eine recht filigrane und doch solide Formgebung möglich. Bei der Gestaltung ist das Ziel, meine Traumvorstellung mit möglichst wenig Kompromissen auszuführen.

Ihre Sachen besonders die Mobiles sind sehr spielerisch und verspielt...
Spiel und Spass - das ist "Kunst"!

Im Park "Im Grünen" gibt es das Faszinosum Wasser, das Ihre Objekte besonders gut zur Geltung bringt.
Richtig, für eine Skulptur ist der Hintergrund wichtig. Wegen der schönen Seen habe ich speziell fünf wasserspeiende Skulpturen geschaffen.